Wunschnachbarn Bonn - Unsere Ziele

Eine Liebeserklärung – Oder auch: Unser erstes Rückbau-Wochenende!

Wie fühlt es sich an, endlich die Lorbeeren von fast sechs Jahren Planung, Organisation, Gruppen-Prozessen, Finanzplänen, Architektur-Workshops, unzähliger Treffen im Plenum und in Arbeitskreisen (und vielem mehr) zu ernten?

Es fühlt sich nach Schweißperlen und Muskelkater, nach Stolz und Frustration, nach dem ein oder anderen Blutstropfen und Schreckmoment, nach Motivation und Demut an. Es sieht nach erfüllten, müden aber strahlenden Augen und weiß gesprenkelter Haut aus. Es schmeckt nach frisch gebackenem Mandelkuchen, eiskalter Limo und dampfendem Wok-Gemüse. Es fühlt sich vor allem nach ganz viel Selbstwirksamkeit und einem riesengroßen ENDLICH! an.

 

Nachdem wir nun vor knapp einem Jahr den Kaufvertrag unterschrieben haben und in diesem Frühjahr schon auf unserer Streuobstwiese und dem Außengelände tatkräftig Hand anlegen konnten, beginnen nun endlich die Rückbauarbeiten.

An unserem ersten Rückbau-Wochenende haben von Freitag bis Sonntag viele große und kleine Wunschnachbarn und helfende Hände aus dem Freundes- und Bekanntenkreis den Umbau eingeläutet. Es wurden Tapeten und Decken eingerissen, Heizungen abmontiert, Wände abgespachtelt, Kleber- und Putzreste in meditativer Kleinstarbeit entfernt, Türrahmen ausgehebelt und ganz wichtig: Eine fantastische Verpflegung auf die Beine gestellt.

Und wo kommt jetzt die Liebeserklärung her? Die gab es dann am nächsten Tag in unserem Plenum. Eine Wunschnachbarin „musste das jetzt einfach mal so sagen: Wahnsinn, was wir da geschafft haben!“ Es folgte eine Ode an die Gemeinschaft, an einzelne, die in kürzester Zeit Berge versetzt haben, an ein Zwischenergebnis, das sich sehen lassen kann – an eine Gruppe, die in gemeinsamer Aktion so viel schafft. Und es fühlt sich toll an, dass wir neben dem organisatorisch-fachlichen und dem emotionalen, gemeinschaftsbildenden Austausch nun in ein gemeinsames Tun kommen.

Stück für Stück können wir jetzt ganz praktisch daran mitwirken, aus den alten Bestandsgebäuden, in denen sich vorwiegend Büros befanden, ein gemütliches und vielfältiges Zuhause für ca. 40 kleine und große Wunschnachbarn zu schaffen.

Es ist eine große Freude und erfüllt mich mit Dankbarkeit, Teil dieser bewegten und bewegenden Gemeinschaft zu sein. Auf viele weitere tatkräftige Aktionstage und -wochenenden!